Halli Hallo, zum Neuen Jahr mal ein neues Update. Was ist bei mir denn so im letzten Viertel 2022 passiert und was steht im ersten Viertel 2023 an?

Die letzten zwei Monate waren nicht einfach, leider ist das Projekt, in dem ich bin nicht ganz das, was ich gedacht habe. Obwohl die Lehrer*innen sehr nett sind und die Kinder zuckersüß, gibt es an der Schule leider keinerlei Aufgaben für mich. Mein Alltag sieht ungefähr so aus: Zwischen 7 und 7:30 tauche ich in der Schule auf, Frühstücke meistens im Lehrer*innenzimmer und gehe danach dann in die Bücherei am Ende der Schule, wo ich dann bis 13 Uhr drinne sitze und die Titel der Bücher in ein Word Dokument eintrage, das hat schon nach einer Woche nicht mehr ganz so viel Spaß gemacht, in meinen Pausen bin ich meistens am Handy und lese eins meiner Ebücher. Um 13 Uhr gibts dann meist Mittagsessen, manchmal kann ich dort sogar mitkochen, was zumindest eine Abwechslung in meinen Arbeitstag bringt. yay :).

Man merkt, ich schreibe mit großer Freude über meine Arbeitsstelle, aber es gab dafür in meiner Freizeit ein paar Lichtblicke:

Mit meinen Freunden treffe ich mich auch hauptsächlich im Coffee Nensis, also ganz viel Kaffee in meinem Leben gerade, obwohl ich eigentlich absolut keinen Kaffee mag.

Wahrscheinlich auch durch meine Freunde entdeckte ich eine Liebe zu den Kaffelädchen hier und dem Getränk Kopi Susu Gula Aren, Eiskaffe mit Milch und Palmzucker. Da schmeckt man den Kaffee fast gar nicht mehr:). Ich verbringe viele Nachmittage in einem Kaffeeladen direkt neben meinem Haus, weil mir mein stickiges Zimmer dann doch irgendwann mal genug war. Meistens lese ich einfach ein bisschen oder arbeite an kleinen Projekten.

 

 

 

 

Die Gemeinde gibt ihren Mitgliedern immer wieder die Möglichkeit im Gottesdienst zu tanzen, wo ich schon auch schonmal teilgenommen habe. Wer Interesse hat, kann auf dem Youtube Chnnel meiner Kirche vorbeischauen.

Wenn ich nicht tanze entdeckt man mich vielleicht auch mal kurz vorm einschlafen in einer Ecke dösen. 7 Uhr ist doch auch schon früh für einen Gottesdienst und leider verstehe ich immer noch nichts.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kleiner Wechsel in meinem Alltag war der Besuch von einer deutschen Freundin, die zu dem Zeitpunkt für ein paar Monate in Süd-Ost Asien rumreiste und dachte mal Hallo zu sagen. Ich hab die Zeit mit Kathi sehr genossen, besonders da ich zu der Zeit ziemlich entkräftigt war und viel in meinem Kopf herumschwirrte. Übers Wochenende sind wir gemeinsam an den Strand gefahren und haben dort ein bisschen Zweisamkeit genossen, uns gesonnt (mit fatalen Konsequenzen… Indonesische Sonne scheint ein wenig aggressiver) sowie meine Gedanken sortiert. Kathi hat mich sehr gestärkt und ich ließ sie nur ungern gehen, mein kleines Stückchen Heimat:)

 

Jetzt auch mal zu den Festen dieses Jahres. Für meinen Geburtstag hatte ich eigentlich den Plan nichts zu machen. Vielleicht mich mit meinen Freunden zu treffen. Ich ging davon aus, dass niemand in meinem Umfeld davon wusste, umso überraschter war ich, als meine Gastfamilie mich um 12 Uhr mit einem Kuchen an der Tür überraschte. War schon ein guter Anfang, auch wenn ich im Endeffekt sehr wenig geschlafen habe, da mich nochmal zwei wunderbare Freiwillige um 2 Uhr wachgeklingelt haben (hab mich natürlich trotz der Uhrzeit sehr gefreut ;)), war ich fit und bin positiv in den Tag gestartet. In der Schule  wusste niemand Bescheid, aber fand ich auch nicht schlimm. Somit verbrachte ich den Vormittag damit, mir selber Geschenke zu machen, wie eine neue Bestellung an Büchern. Nach einem kleinen Mittagsschläfchen traf ich mich mit meinen Freunden, und genoss den entspannten Tag. Jedoch war der Tag noch nicht vorbei, meine Gastmutter (Bu Eka) hatte ein kleines Festmahl vorbereitet. Mir wurde erklärt, da Bu Eka chinesische Wurzeln hat gibt es zu den Geburtstagen immer Nudeln. Das ist chinesische Tradition und wenn ich es richtig verstanden habe, sollen die Nudeln für die Länge des Lebens stehen oder das Leben soll so lange wie die Nudeln sein. Finde ich einen sehr tollen Gedanken und fand auch meinen ganzen Geburtstag all in all sehr schön.

Weihnachten war jedoch etwas holprig. In Weihnachtsstimmung bin ich eigentlich nie wirklich gekommen, da ich es doch sehr anders kannte. Mein Gehirn hat bis heute glaub ich noch nicht ganz verstanden, dass ich den Dezember in 28 Grad verbracht habe. Immer wieder überrascht hab ich aufs Datum geguckt. „Huch, schon der 20?“. Am 24 gab es Abends einen Gottesdienst. Im Gegenteil zu deutschen Heilig Abend Gottesdiensten, die eher besinnlich sind, hatte meine Gemeinde einen eher festlichen Gottesdienst. Es gab auch ganz viele Gruppen, die entweder Tänze oder kleine Stücke darstellte. Da ich Teil einer Gruppe war, habe ich vom Gottesdienst auch nicht viel mitbekommen und erst beim Feliz Navidad Flashmob merkte ich so richtig, was ich gerade in Deutschland verpasse und das tat doch auch schon ein wenig weh. Besonders da es nach dem Gottesdienst nur noch etwas zu essen für die ganze Gemeinde gab, aber danach Heilig Abend auch schon vorbei war. In meinem Zimmer hab ich es mir dann nochmal ein wenig besinnlich gemacht und mit Lichterkette ein paar deutsche Weihnachtslieder gehört.

Trotzdem bin ich froh darüber die Möglichkeit gehabt zu haben Weihnachten in einem anderen Kontext zu verbringen. Es hat mir auf jeden Fall eine große Vorfreude auf deutsche Weihanchtsmärkte nächstes Jahr gegeben, die ich doch auch schon ein wenig vermisst habe.

Die letzte Woche von 2022 sowie die erste Woche von 2023 habe ich mit Reisen verbracht, dafür würde ich nochmal einen eigenen Eintrag machen, weil diese Zeit nicht allzu viel mit den Aufgaben und Erfahrungen meines Freiwilligen Jahr zu tun hat und ich mich da in einer sehr anderen Bubble aufgehalten habe.

Deswegen nochmal einen emotionalen Recap der letzten Zeit und was das für die Zukunft bedeutet. Nach anfänglichem Aushalten wurde mir irgendwann bewusst, dass es so nicht weitergehen kann, da ich ein wenig versauert und eingegangen bin. Ich habe mit der VEM sowie meiner Kirche hier darüber geredet, dass sich was ändern muss. Das war Mitte November, und die Kirche hier hat es bis heute nicht geschafft etwas zu verändern oder irgendwie nochmal Kontakt mit mir oder der VEM aufzunehmen. Während dieser Zeit der Stagnation bin ich selber immer mehr in eine kleine Isolation gefallen, aus der ich immer noch nicht rausgekommen bin. Ich verbringe meine Tage hauptsächlich damit im Bett zu lesen. Somit habe ich es geschafft in den letzten 3 Monaten 13 Bücher zu lesen. Ich habe zwar ein paar Freunde wie Handa, und es ist immer ein Highlight diese zu sehen, aber leider passiert das nicht so oft, da diese als Studenten auch einiges zu tun haben und einfach nicht Teil meines Alltages sind. Durch viele kleine erschwerende Faktoren habe ich auch schon oft mit dem Gedanken eines Abbruch gekämpft, aber für 2023 gibt es einen Lichtblick. Die VEM und ich haben entschlossen, dass ich die Einsatzstelle wechseln muss, da es hier für mich keine wirkliche Zukunft gibt. Im Laufe der nächsten Wochen wird entschieden wo ich hinwechsel und was meine Aufgaben dort sein werden. Diese Entscheidung macht mir auch gut Angst, aber ich denke trotzdem, dass es die beste Entscheidung ist. Ich bin sehr gespannt was die Zukunft hält, weil ich wirklich absolut keine Ahnung habe wie es weiter geht. Ich halte euch auf dem Laufenden. Bis dahin ist mein Motto „Semangat“ (Kopf hoch/weiter kämpfen oder ganz die tolle Übersetzten: Halt die Ohren steif)

Denkt bitte immer dran, dass sind hier nur meine eigenen Erfahrungen die ich wiedergebe und soll bitte nicht verallgemeinert werden. Freu mich immer über Kommentare oder Fragen, akzeptiere auch einen virtuellen Klopfer auf die Schulter, wenn man nicht weiß was man sagen soll.

Bis Baldrian !!!

 

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