Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt!

Heute möchte ich euch mit in meinen huckepackevollen Dezember nehmen. Auf dem Programm standen erstmal einige (Groß-) Veranstaltungen mit der Sion Foundation. Der 45. Geburtstag, einige Weihnachtsfeiern, ein Wochenendseminar der CCM (community church mobilisation) -Abteilung und ein Workshop über den Bau von Biogasanlagen. Das Steineschleppen, Mittagspausemachen und über Kuhkot zu lernen war nochmal eine ganz neue, sehr coole Erfahrung.  Daneben war ich nur ab und zu in der Schule und habe hier und da mitgeholfen.

Zum Jahresabschluss gab es für mich viele Weihnachtsfeiern. Wenn ich mich nicht verzähle, müssten es tatsächlich zwölf gewesen sein, zu denen ich eingeladen war. Dies waren im Einzelnen:

-Zwei Feiern mit den beiden Schulen, in denen ich bin,

-zwei mit dem Wohnheim, neben dem ich wohne,

-ein großes Event mit den ca. 200 students, die im Stipendienprogramm der Sion Foundation sind,

-eine Sion Foundation Weihnachtsfeier der Mitarbeitenden,

-zwei Jugendweihnachtsgottesdienste mit verschiedenen Kirchen,

-Weihnachten in der Kirchengemeinde meiner Gastfamilie am 24.12. (festlich-freudiger Gottesdienst),

-eine Feier mit mehreren Gemeinden aus Salatiga,

-eine Großveranstaltung in einem Ortsteil von Salatiga (zusammen mit Lehrkräften),

-und zu guter Letzt ein Mix aus Weihnachtsfeier und Silvester am 31.12.

Ich hatte also wirklich zwölf schöne Weihnachtstage. Das klingt erstmal sehr lustig (war es auch), aber im Endeffekt hat hier in Salatiga jede Gruppe/Kirche/Schule usw. ihr eigenes kleines (oder großes) Weihnachtsfest. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich bei so vielen dabei sein durfte und zwölfmal „Stille Nacht, heilige Nacht“ mitgrölen konnte. Mal auf Indonesisch, mal auf Deutsch. Die berühmt-berüchtigte „Weihnachtsstimmung“ wurde aufrechterhalten, obwohl es für mich dieses Jahr keine weiße Weihnacht, sondern eine heiße Weihnacht gab (hihi).

Silvester habe ich in einer kleinen Ortschaft namens Kalikendel in der Nähe von Ampel verbracht. Fast alle Leute (egal ob Christen oder Muslime) aus dem Dorf sind an der Kirche zusammengekommen, um dort den Altjahresabend zu verbringen; begleitet mit Liedern, Performances von verschieden Gruppen und natürlich lecker Essen. Um 0 Uhr war im Ort dann nicht mehr viel los. Am Nachthimmel hat man aber aus den umliegenden Städten Feuerwerke hören und sehen können. Schon sehr anders als meine bisherigen Silvester, die ich verbracht habe. In den großen Städten hier in der Umgebung gibt es wie in deutschen großen Städten viel Trubel und lange Nächte. Bei mir war es ein langer, ruhiger Abend, der mir auch gut gefallen hat. Am 02.01.2023 startete die Schule dann schon wieder ins zweite Halbjahr (die Ferien haben aber auch etwas früher als in Deutschland begonnen).

Nach den abwechslungsreichen ersten Wochen – Sprachkurs, verschiedenste Aktivitäten mit der Sion Foundation, Schule, spannende Spaziergänge durch die neue Stadt – habe ich mich jetzt im neuen Jahr schon an die tagtäglichen Situationen gewöhnt. Ich laufe durch die Stadt und nehme nicht mehr alles so aufmerksam wahr wie am Anfang. Die unzähligen Motorroller, die auf den Straßen hin und her düsen, die Autos und Kleinbusse, die fast immer hupen, die Palmen sowie die anderen tropischen Bäume und auch die vielen kleinen Essensläden („warung“) kommen mir schon ganz normal vor. Dazu kommt auch noch, dass ich jetzt einen relativ geregelten Tagesablauf habe, weil ich seit Januar von Montag bis Donnerstag in der Schule tätig bin. Mein Stundenplan besteht vorerst aus Englisch und Sport. Der Sportunterricht ist sehr vielfältig und ich kann mithelfen beim Auf- und Abbau, technische Hilfestellungen geben, das Aufwärmen übernehmen oder auch einfach mit den Schüler*innen Volleyball oder Fußball spielen. 😊 Im Englischunterricht bin ich meistens mit den Lehrkräften unterwegs und helfe während Gruppenarbeiten oder leite kleine Unterrichtsaktivitäten an. Manchmal bin ich auch alleine in der Klasse und übernehme ganze Stunden, in denen ich den Unterrichtsstoff aus dem Schulbuch fortsetze. Es kam auch schon vor, dass ich erst am Morgen erfahren habe, dass ich jetzt gleich eigenverantwortlichen Unterricht halten soll – das ist dann schon sehr spontan. Aber meistens klappt das auch recht gut, wenn ich nachfrage, was das aktuelle Thema ist oder was die Schüler*innen letzte Stunde gelernt haben. Das ist herausfordernd und kostet Kraft, aber es macht mir auch wirklich Spaß! Also habe ich trotz der scheinbaren Alltäglichkeit und Normalität natürlich viele neue Erlebnisse und Challenges vor mir, an denen ich wachse und viel dabei lerne. Ich bin gespannt, was das Jahr bringt und hoffe, dass ich meine Aufgaben weiterhin mit Freude und Ausdauer angehen kann.

Wie immer möchte ich betonen, dass die Sachen, die ich hier schildere, nur meine persönliche Perspektive darstellen und auf keinen Fall die vielfältige Realität Indonesiens einfangen können und sollen.

Was auch immer euch bewegt, schrreibt’s in die Kommentare. 😊

Bis zum nächsten Mal!

Weihnachten mit Sion Foundation
Weihnachten in der Schule

 

 

Ich wünsche euch ein wunderschönes, gelingendes und gesegnetes Jahr 2023!

 

45. Geburtstag der Sion Foundation
Lukas 2,10

 

3 Responses

  • Margit Schönauer

    Hallo Manuel, danke für deine Berichterstattung. Weiterhin alles Gute für dich!!

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  • Margit

    Hallo Manuel, danke für deinen Bericht. Alles Gute weiterhin!

    Antworten
  • Ruthie

    Wie schön, dass du dort schon so „angekommen“ bist! Dir auch ein gutes und gesegnetes neues Jahr! Bis bald 🥰

    Antworten

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